Home Genuss Die Optik ist nicht der Grund: Grün oder braun – aber (fast) nie durchsichtig: Darum wird Bier in farbigen Flaschen verkauft

Die Optik ist nicht der Grund: Grün oder braun – aber (fast) nie durchsichtig: Darum wird Bier in farbigen Flaschen verkauft

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Bierflaschen sind so gut wie immer farbig, meist braun oder blau. Das hat etwas mit der verbesserten Haltbarkeit zu tun – doch auch zwischen den Farben gibt es Unterschiede.

Die Deutschen und ihr Bier, das ist eine lange Geschichte. Zwar ist in der Corona-Pandemie der Bierabsatz gesunken, 2021 haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager rund 8,5 Millionen Liter verkauft, was einem Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Dennoch greifen die Deutschen nach wie vor gern zur Bierflasche, sei es zum Essen, auf Partys oder nach dem Feierabend. Und vielleicht hat sich mancher schon über die Farbgebung gewundert.

Es gibt sie – je nach Hersteller und Marke – in grün, braun, manchmal auch in blau. Bierflaschen findet man auf dem Markt in verschiedenen Farben, nur aus durchsichtigem Glas werden die Behältnisse extrem selten hergestellt. Das hat gute Gründe, die allerdings nichts mit der Optik zu tun haben. Vielmehr geht es dabei um die Haltbarkeit des Getränks.STERN PAID 12_21 Feierabend-Falle 17.45

Lichteinstrahlung lässt Bier verderben

Tatsächlich waren durchsichtige Flaschen lange Standard. Das Problem: Das Bier wurde darin schnell schlecht. Grund dafür ist die Einstrahlung durch das Sonnenlicht. Ist das Bier über längere Zeit der UV-Strahlung ausgesetzt, verwandeln sich die Hopfenbitterstoffe mittels einer chemischen Reaktion in 3-Methyl-2-buten-1-thiol. Dadurch entsteht ein unangenehmer Geruch und der sogenannte “Lichtgeschmack” – das leckere Bier wird ungenießbar.

Die Brauereien kamen aber auf einen relativ simplen Trick, um dieses Problem zu umgehen: farbige Bierflaschen. Zuerst wurden braune Bierflaschen eingesetzt, weil die Farbe die UV-Strahlung absorbiert. So bleibt der Geschmack geschützt. Im Zweiten Weltkrieg wurden Braunglas zur Mangelware, als Alternative setzten die Brauereien grünes Glas ein. Seitdem sind beide Farben auf dem Markt vertreten, je nach Marke.Bier_Buch 11.20

Braunes Glas schützt besser als grünes

Beide Varianten schützen das Getränk besser als klares Glas vor dem Verderben – aber es gibt auch Qualitätsunterschiede. Grüne Flaschen sind lichtdurchlässiger als braune, deshalb ist das Bier darin weniger haltbar. Die meisten Brauereien füllen ihren Gerstensaft darum in braune Flaschen, auch wenn einige – vornehmlich aus Marketinggründen – auf grün setzen. Experten empfehlen die braune Variante, damit das Bier länger schmackhaft bleibt. Werden die Getränke allerdings an einem dunklen Ort gelagert, spielt die Farbe der Flasche keine Rolle.

Früher gab es übrigens auch beim Milchverkauf üblicherweise braune Flaschen. Dort ist die Lichteinstrahlung aber nicht mehr so wichtig: Weil Milch schneller verbraucht wird, Milch hauptsächlich im dunklen Kühlschrank aufbewahrt wird und Milch inzwischen standardmäßig länger haltbar gemacht wird.

Quellen: Statistisches Bundesamt / n-tv / CNN / Quarks und Co.

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