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Nach ZDF-Recherche: Viva con Agua will künftig nicht mehr mit Fynn Kliemann zusammenarbeiten

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Die Recherche von ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat für den Influencer Fynn Kliemann weitreichende Konsequenzen. So verkündete die Firma Viva con Agua künftig nicht mehr mit Kliemann zusammenarbeiten zu wollen.

Die Maskenaffäre des Influencers und Musikers Fynn Kliemann hat weitere Konsequenzen. Vergangene Woche hatte der Satiriker Jan Böhmermann in seiner Sendung “ZDF-Magazin Roayle” Kliemann verdächtigt, in zweifelhafte Geschäfte verwickelt zu sein. Jetzt zieht das Unternehmen Viva con Agua Konsequenzen. “Wir beenden daher alle Geschäftsbeziehungen zwischen Viva con Agua und Fynn Kliemann, inklusive aller angegliederten Unternehmen”, teilt das Unernehmen in einer Stellungnahme auf seiner Website mit.

Die Berichterstattung über Kliemann und Global Tactics sei bestürzend und habe das Unternehmen getroffen. Die geschilderten Vorgänge stünden “in krassem Gegensatz zu unseren Werten und unserer Vorstellung von gemenwohlorientiertem Unternehmertum”, begründet Viva con Agua die Entscheidung.

Nach den Vorwürfen verbreitete Kliemann ein langes Statement, in dem er sein Handeln kritisch reflektierte. Darin hieß es: “Ich möchte mich in aller Form bei allen Personen, Organisationen, Institutionen entschuldigen, die nun ‘auf den ersten Blick’ enttäuscht und geschockt sind.” Er bat zugleich um einen differenzierten Blick. Manches stimme nicht.Fynn Klienmann Interview 14.19

Konkret ging es unter anderem um den Produktionsort von Schutzmasken, der möglicherweise bewusst nicht transparent gemacht worden sein könnte – statt in Europa sollen sie in Asien hergestellt worden sein. Kliemann wurde dabei mit einer Textilfirma in Beziehung gesetzt. In seinem Statement hieß es: “Ich muss mir klar eingestehen, dass ich den Prozess nicht mehr überblicken konnte.” Weiter hieß es: “Das darf niemals passieren und somit übernehme ich, auch wenn ich weder Produzent noch Verkäufer war, eine Verantwortung.” Durch diese Versäumnisse, sich mit diesen Prozessen nicht eingehend befasst zu haben, habe er viele enttäuscht. Auf seinem Instagram-Profil zeigten sich viele enttäuscht und posteten Kommentare.

Online-Händler About You will nichts von Kliemanns Machenschaften gewusst haben

Böhmermanns Vorstoß führte bereits zu ersten Konsequenzen. Der Online-Händler About You, der zum Otto-Konzern gehört, teilte mit: “Das ZDF Magazin Royale Video hat uns erreicht und ist uns bekannt. Aktuell prüfen wir den Fall intern, um uns ein genaues Bild von dem Sachverhalt zu verschaffen.” In einem ersten Schritt habe man Masken der Marke “Oderso” offline genommen. Kliemann ist laut Impressum des Shops Geschäftsführer. Zudem teilte die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis mit, dass sie eine Auszeichnung aberkenne, die Kliemann 2020 erhalten habe.fynn kliemann projekte, 19.50

Die betreffende Firma, die Böhmermann in Verbindung mit Kliemann setzt, ist die Textilmanufaktur Global Tactics. Firmengründer Tom Illbruck sagte der Deutschen Presse-Agentur zu dem Masken-Produktionsort-Vorwurf: Masken seien in dem betreffenden Zeitraum 2020 auch in Bangladesch produziert worden, nicht nur in Europa. Wenn zum Beispiel ein Großkunde keinen Wert darauf gelegt habe, dass die Masken explizit aus einem bestimmten Land oder explizit aus Europa kommen, “haben wir Masken angeboten, ohne explizit an jeder Stelle zu sagen, wo die Masken herkommen”.

Nachgefragt zu About You sagte Illbruck: “Nach dem, was uns an Dokumenten vorliegt, gibt es keine Absprachen mit About You, dass die Masken explizit aus Portugal gekommen sind und das ist an keiner Stelle schriftlich versichert worden.”

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