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Studie: Wie die väterliche Fürsorge den Testosteronspiegel der Söhne beeinflusst

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Ein niedriger Testosteronwert sorgt mitunter dafür, dass sich Männer um ihre Kinder kümmern und nicht so sehr um neue Sexualpartner:innen werben. Forschende haben nun herausgefunden, dass das aktive Einbringen der Väter einen Einfluss auf den Testosteronspiegel ihrer Söhne hat.

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Wenn Männer Väter werden und sich auch um ihre Kinder kümmern, sinkt ihr Testosteronspiegel, wie Untersuchungen zeigen konnten. Eine neue Langzeitstudie legt nun nahe, dass das Verhalten der Väter einen Einfluss auf den Testosteronwert ihrer Söhne haben könnte. Frischgebackene Väter haben  einen niedrigeren Testosteronwert, wenn ihre Väter sich in ihrer Jugend um sie gekümmert haben, dies zeigt Forschungsgruppe der University of Notre Dame in Indiana mit ihrer Untersuchung.

Die Forschenden haben zwischen 1983 und 2014 Familien befragt und begleiteten sie vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter der Jungen. Von den 966 philippinischen Jungen wurde im Erwachsenenalter der Testosteronwert mithilfe von Speichelproben bestimmt. Das Forschungsteam untersuchte in der Studie, wie die Anwesenheit des Vaters im Säuglingsalter, in der Kindheit und der Jugend ihrer Söhne auf deren Testosteronspiegel auswirkte. Die Probanden hatten mittlerweile selbst Kinder bekommen.

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Das Ergebnis: Hatten die Söhne in der Jugend einen Vater, der sich aktiv um sie gekümmert hat, war ihr Testosteronwert niedriger, wenn sie selbst Vater geworden sind. Wie viel Zeit die Väter mit ihren Söhnen im Säuglingsalter und der mittleren Kindheit hatten, scheint keinen Einfluss zu haben. Das Ergebnis war auch unabhängig davon, welchen Erziehungsstil und in welchem Partnerschaftsverhältnis die Söhne als Väter standen.

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Auch Genetik könnte eine Rolle spielen

Die Forschenden erklären diesen Effekt damit, dass die soziale Beziehung zwischen Vater und Sohn im Jugendalter die Hypothalamus-Hypophysen-Achse verändert. Dieser Teil des Gehirns regelt die Produktion des Hormons Testosteron. “Für mich zeigt dies, wie Elternschaft und insbesondere Vaterschaft über Generationen hinweg nachhaltige Auswirkungen haben können, nicht nur durch das Verhalten, sondern auch durch die Biologie”, sagt Studienautor Lee Gettler gegenüber “Spektrum”.

Was das Forschungsteam in der Studie allerdings nicht erhoben hat, ist der Testosteronwert der Väter. Doch auch die Gene könnten eine Rolle spielen. Möglicherweise haben sich die Väter der ersten Generation besser um ihre Söhne gekümmert, wenn sie einen niedrigeren Testosteronspiegel hatten. Dann wären die niedrigen Testosteronwerte der Söhne mit den Genen zu erklären. Die Forschenden gehen allerdings nicht davon aus, dass in den Genen allein eine Erklärung für ihre Ergebnisse zu finden ist. Wenn ein rein genetischer Effekt vorliegen würde, so würde dieser das Verhalten der Väter in allen Altersstufen beeinflussen und nicht nur in der Jugend.

Quellen: Studie PNAS, Spektrum

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