Home Breaking News Leopard, Challenger, Abrams: Diese Länder liefern Kampfpanzer in die Ukraine – oder haben es angekündigt

Leopard, Challenger, Abrams: Diese Länder liefern Kampfpanzer in die Ukraine – oder haben es angekündigt

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Ob Leoparden eine Wende im Ukraine-Krieg bringen werden, ist unklar. Sicher dagegen: Ohne sie dürfte es die Ukraine schwer haben, sich gegen Russland zu verteidigen. Mit dem Go aus Berlin wird das Land über rund 150 Kampfpanzer verfügen.

1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Stinger-Raketen für “unsere Freunde in der Ukraine”, so kündigte Olaf Scholz zwei Tage nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine die erste deutsche Kriegsunterstützung an. Seitdem ist knapp ein Jahr vergangen, Hunderttausende von Soldaten und Zivilisten sind ums Leben gekommen, und längst geht es nicht mehr darum, dem angegriffenen Land Ein-Mann-Abwehrgeschosse zur Verfügung zu stellen.

14 Leoparden für den Anfang

Nach langem Ringen hat sich die Bundesregierung entschieden, schweres Gerät zu liefern. 14 Leopard-2-Panzer sollen in einem ersten Schritt in die Ukraine geliefert werden. Das ist eine Kompanie. Damit reiht sich Deutschland ein in einen Verbund von bislang einer Handvoll Staaten, die Kampfgeräte nach Osteuropa schicken.

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Am 19. Januar hatten neun Länder die Lieferung solcher Panzer gefordert: Großbritannien, Dänemark, die Niederlande, Estland, Lettland, Litauen, Polen, die Slowakei und Tschechien.

Die Regierung in London will Challenger-2-Fahrzeugen entsenden – ebenfalls in Kompaniestärke.Finnland und Polen wollen zusammen 14 Leoparden in die Ukraine schicken, wobei aus Warschau zwölf kommen sollen.Die USA plant, 30 Kampfpanzer vom Typ M1-Abrams zur Verfügung zu stellen. Von diesem Schritt hatte Bundeskanzler Olaf Scholz sein Ja zu deutschen Leoparden abhängig gemacht.Als bisher einziges afrikanisches Land ist Marokko bereit, bis zu 90 Kampfgeräte des Typs T-72B in die Ukraine zu schicken. Der Panzer basiert auf einer alten, in der Sowjetunion entwickelten Baureihe.

Berlin muss Leopard-Lieferung erlauben

Neben dem Leoparden hat Deutschland bereits die Lieferung des Luftabwehrpanzers Gepard, des Schützenpanzers Marder und der Panzerhaubitze 2000 genehmigt. Als Leopard-Herstellerland muss Deutschland die Weiterverbreitung des Kriegsgeräts abnicken, die Verbündete wie etwa Polen liefern wollen.

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Die Ukraine selbst bevorzugt den Leopard, weil er einer der am weitesten verbreiteten Kampfpanzer ist, für den es noch Ersatzteile gibt und der im Gegensatz zum US-Modell Abrams nicht soviel Treibstoff schluckt. Kanada bildet bereits ukrainische Soldaten am Leopard aus.

Rheinmetall kündigt 29 Panzer an

Wieviel von dem Kriegsgerät noch zur Verfügung steht, ist unklar. Hersteller Rheinmetall ist nach eigenen Angaben in der Lage, bis spätestens Ende April 29 Kampfpanzer einsatzfähig zu machen. Die Bundeswehr hat noch 320 Leoparden im Bestand, weist aber darauf hin, dass jede Auslieferung die eigenen Verteidigungskapazitäten schwächen würde.

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Die Ukraine verliert nach Schätzungen bis zu 130 Panzer im Monat. Aus eigenen Beständen oder über den Ringtausch mit Partnern verfügt das Land über mehrere hundert Schützenpanzer und Kampfpanzer als auch Beutewaffen, die von den russischen Invasoren zurückgelassen wurden.

Quellen: DPA, AFP, European Council on Foreign Relations, Olaf Scholz auf Twitter

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